Amnion
Das Amnion ist
Teil der Fruchtblase, die den Embryo im Mutterleib umhüllt und schützt. Die Wand
der Fruchtblase besteht aus drei Schichten, die Eihaut genannt werden. Das
Amnion ist die dünne, gefäßlose innerste Eihaut.
Indikationen
Die Verwendung von menschlicher Amnionmembran zur Transplantation auf die Augenoberfläche wurde erstmalig 1940 durch de Rötth beschrieben. Dabei wurden Vernarbungen der Augenbindehaut nach schweren Verätzungen therapiert.
Die Amnionmembran wird in der Augenheilkunde zur Behandlung von Oberflächendefekten an der Bindehaut und der Hornhaut des Auges eingesetzt. Diese können durch Unfälle oder als Folge von Augenkrankheiten entstehen. Auch bei Verätzungen und Verbrennungen wird diese Therapie gewählt, um die verletzte Oberfläche der Hornhaut zu behandeln.
Ist auch das angrenzende Gewebe zwischen Augenhornhaut und Lederhaut verletzt, können kombinierte Transplantationsverfahren wie die Amnion-Limbus-Transplantation zum Einsatz kommen.
Bedarf
Der genaue Bedarf an Amniontransplantaten in der Augenheilkunde ist gegenwärtig nicht bekannt. Er kann heute aber weitestgehend durch Lebendspenden gedeckt werden, da aus einer einzigen Amnionspende zwischen 20 und 35 Transplantate gewonnen werden.
Transplantation
Bei der Behandlung der verletzten Augenhornhaut werden einige Quadratzentimeter große Stücke der aufbereiteten Eihaut auf die gesamte Hornhautoberfläche transplantiert. Unter dieser Wundabdeckung kann die Hornhautläsion ausheilen und sich das Epithel regenerieren. Die anfangs trübe Amnionmembran klart mit der Zeit meist auf und ermöglicht dem Patienten so eine bessere Sicht. Nach zirka einem Monat löst sich das Amnion auf und wird von körpereigenen Zellen überwachsen.
Jede deutsche Augenklinik benötigt pro Jahr schätzungsweise 50 bis 100 Amniontransplantate. Derzeit werden bundesweit jährlich mehrere Hundert Transplantationen durchgeführt.

