Augenhornhaut
Die Augenhornhaut ist das Fenster, durch das wir schauen. Jede Veränderung ihrer Transparenz führt zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Sind einmal Eintrübungen vorhanden, bilden sie sich nicht mehr zurück. In manchen Fällen hilft nur noch eine Hornhauttransplantation: Die getrübte Hornhaut wird entfernt und durch eine gesunde, klare Hornhaut eines Spenders ersetzt.
Indikationen
Eine Hornhauttransplantation (auch Keratoplastik genannt) wird durchgeführt, wenn es keine andere Therapiemöglichkeit mehr gibt und das Sehen durch eine Hornhautverpflanzung verbessert werden kann. Nicht alle Sehstörungen, die auf einer Erkrankung der Hornhaut basieren, sind mit einer Transplantation zu beheben.
Empfänger sind Menschen, deren Hornhaut sich krankhaft verändert hat oder schwer verletzt wurde. Auch Patienten, die Narben durch Entzündungen der Hornhaut davongetragen haben, gehören dazu. Auslöser dafür ist häufig eine Herpesinfektion. Hornhauterkrankungen, die eine Transplantation notwendig machen, können angeboren oder altersbedingt sein. Auch nach operativen Eingriffen kann es zu Veränderungen der Hornhaut kommen.
Eine erfolgreiche Transplantation kann den Patienten das Sehvermögen vollständig wiedererlangen lassen. Viele Patienten können dann nach einer langen Zeit der Sehbehinderung wieder richtig sehen, sind nach einer Augenoperation endlich schmerzfrei oder wurden vor einer Erblindung bewahrt. Für manche Patienten bedeutet die Transplantation sogar, dass sie zum ersten Mal sehen können. Bei Kindern kann eine Hornhaut-Transplantation zudem verhindern, dass sie durch angeborene Trübungen der Hornhaut erblinden. Denn eine normale Sehschärfe kann sich nur entwickeln, wenn von Geburt an ausreichend Licht in das Auge gelangt.
Bedarf
In Deutschland warten zurzeit laut Angaben eines zentralen Melderegisters rund 5.000 Patienten auf ein Hornhauttransplantat. Der tatsächliche Bedarf an Hornhautspenden ist deutlich höher: Schätzungsweise benötigen jährlich bis zu 8.000 Patienten in Deutschland eine Spenderhornhaut. Sie haben nur eine Chance auf Wiederherstellung ihres Sehvermögens, wenn mehr Menschen bereit sind, ihre Augenhornhäute nach dem Tod zu spenden.
Transplantation
Die Transplantation von Augenhornhäuten ist die häufigste Verpflanzung eines Gewebes beim Menschen. Rund 4.500 bis 6.000 Hornhäute werden jährlich in Deutschland transplantiert. Weltweit sind es jährlich sogar über 100.000 Operationen.
Bei einer Hornhauttransplantation wird die erkrankte Hornhaut durch eine humane Hornhaut ersetzt. Hornhauttransplantate stammen von Verstorbenen, die zu Lebzeiten oder deren Angehörige in Sinne der Verstorbenen die Einwilligung zur Hornhautspende gegeben haben. Mit dünnen Fädchen wird die Hornhaut eingenäht. Damit die Hornhaut gut fest wächst, verbleiben diese Fäden meistens mindestens ein Jahr. Dann werden sie gezogen.
Nach der Operation ist es wichtig, dass die eingesetzte Hornhaut gut versorgt wird. Intensive Therapie ist notwendig und regelmäßige Kontrollen sind wichtig.

