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Herzklappen

Drei Milliarden Mal schlägt ein Herz während seines Lebens und bewegt dabei etwa 250 Millionen Liter Blut durch den Körper. Das Herz ist die zentrale Pumpe des Kreislaufs. Zusammen mit den Blutgefäßen bildet das Herz das Herz-Kreislauf-System.

Herzen die für die Organtransplantation aufgrund von Vorerkrankungen des Muskels oder der versorgenden Gefäße nicht geeignet sind, kommen prinzipiell für eine Herzklappenspende in Frage. Dieses ist in der Regel bis zum 65. Lebensjahr möglich.

Das Herz besteht aus zwei im gleichen Takt schlagenden Pumpen, die durch die Herzscheidewand getrennt werden und die zwei ineinander greifende Kreisläufe, den Körper- und der Lungenkreislauf, versorgen. Jede Herzhälfte besitzt zwei Hohlräume, einen Vorhof und eine Kammer. Damit das Blut immer in die vorbestimmte Richtung fließt, werden die Herzkammern von Herzklappen verschlossen. Jede Herzkammer hat einen Eingang und einen Ausgang, an dem sich die jeweiligen Herzklappen befinden. Die Segelklappe sitzt am Kammereingang und trennt diese vom Vorhof ab. Je nach Herzhälfte wird sie Trikuspidal- oder Mitralklappe genannt. Der Ausgang der Herzkammern wird von den Taschenklappen verschlossen. Diese verhindern den Rückfluss aus den Arterien in die Herzkammern.

Die Pulmonalklappe befindet sich in der rechten, die Aortenklappe in der linken Herzhälfte. In der Herzchirurgie werden überwiegend Taschenklappen eingesetzt.

Indikationen

Herzklappenfehler oder -erkrankungen können schwere Herzfunktionsstörungen zur Folge haben. Kann sich eine Klappe nicht mehr vollständig schließen, spricht man von einer Klappeninsuffizienz. Dadurch kann Blut in die Vorhöfe zurückfließen. Eine Klappenstenose tritt hingegen auf, wenn sich die Segel- oder die Taschenklappen nicht weit genug öffnen und zu wenig Blut in die Kammern und Blutkreisläufe einströmt. Auch hier kann es zu Herzfunktionsstörungen kommen. Sowohl bei einer Insuffizienz als auch bei einer Stenose kann eine Herzklappentransplantation die Herzfunktion wieder herstellen. Bei Herzklappenprothesen wird grundsätzlich zwischen mechanischen und biologischen Klappen unterschieden. Biologische Klappen heißen je nach Herkunft Homograft (vom Menschen) oder Xenograft (von Rindern oder Schweinen).

Derzeit werden Homografts überwiegend als Ersatz infizierter Klappenprothesen verwandt, häufig im Rahmen von Notfalloperationen. Hat sich eine künstliche Herzklappe entzündet, kann diese nicht durch eine neue künstliche ersetzt werden. Die Re-Infektionsgefahr wäre zu hoch. Eine humane Herzklappe weist hingegen ein deutlich geringeres Infektionsrisiko auf.

Homografts werden darüber hinaus häufig im Bereich kindlicher Herzklappenfehler eingesetzt

Bedarf

In Deutschland werden für Herzklappentransplantationen zirka 400 Homografts pro Jahr benötigt. Eine genaue Ermittlung der Bedarfszahl ist derzeit nicht möglich, wird jedoch nach der Umsetzung des Gewebegesetzes möglich sein. Fest steht jedoch, dieser geschätzte Bedarf derzeit bei weitem nicht gedeckt ist.

Transplantation

Eine Gewinnung von Herzklappentransplantaten kommt überwiegend bei Herzen in Frage, die aufgrund von Kontraindikationen nicht zur Organspende verwendet werden können. In Deutschland werden jährlich über 15.000 Herzklappentransplantationen durchgeführt. Dies schließt die Verpflanzung von mechanischen und biologischen Herzklappenprothesen ein. Der Anteil an Transplantationen humaner Herzklappen ist nicht bekannt.