Meldungen

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation sucht ab dem 1. April an den Standorten Rostock UND Neubrandenburg je eine/n Koordinator/in im Bereich Gewebespende (Dipl. Biologin/Biologe/Medizinische/r Präparator/in). Weitere Informationen zu den Stellenausschreibungen finden Sie hier.

Knochen

Durch die wachsende Zahl von traumatologischen und orthopädischen Eingriffen am Skelettsystem ist zunehmend der Einsatz von Knochentransplantaten erforderlich. Bei einer autologen Transplantation wird körpereigenes Knochenmaterial verpflanzt. Durch die Entnahme dieses Knochenmaterials, meist aus dem Beckenkamm, können jedoch Infektionen, Nerv- und Gefäßverletzungen auftreten. Daher hat sich in den vergangenen 30 Jahren alternativ die Verwendung allogener Knochentransplantate etabliert. Bei allogenen Transplantationen wird Knochenmaterial eines Spenders eingepflanzt. Neben humanen Knochentransplantaten finden in der Medizin auch xenogene Knochen (z.B. vom Rind) sowie alloplastische Knochen aus synthetisch hergestelltem Material (zum Beispiel Hydroxylapatitkeramik) Verwendung.

Heute stellen Knochentransplantationen in Deutschland eine wesentliche Therapie in der Wirbelsäulenchirurgie und der Hüftendoprothetik dar. Mehr als 30.000 Transplantationen werden jährlich durchgeführt.

Allogene Knochentransplantate werden aus Schienbein, Oberschenkelknochen, Wirbelkörper oder Beckenkamm gewonnen. Die DGFG sowie das unter ärztlicher Leitung tätige Entnahmeteam tragen Sorge dafür, dass eine fachgerechte Rekonstruktion des Verstorbenen erfolgt. Knochentransplantate können auch von einem Lebendspender stammen: Als Ausgangsmaterial dienen hier Hüftköpfe von Patienten, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten. Auch hier muss eine Zustimmung des Patienten vorliegen.

Indikationen

Mit Knochentransplantationen werden ausgedehnte Defekte des Skeletts, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und der Hüfte therapiert. Ursachen der Defekte können Fehlstellungen, Prothesenlockerungen, Abnutzungen, Brüche (Frakturen) oder Tumorerkrankungen sein. Auch im Mund-Kiefer-Gesichts-Bereich dienen Knochentransplantate der Rekonstruktion von Gesichtspartien nach Unfällen, Tumoren oder Entzündungen. In der Zahnheilkunde werden Knochentransplantate zum Auffüllen von großen Knochendefekten bei Zysten, Tumoren und Spalten, zum Aufbau des Kieferknochens zum Beispiel für eine spätere Implantation und zum Auffüllen von kleinen Knochendefekten im Rahmen der Parodontologie und Implantologie eingesetzt. 

Bedarf

Der Bedarf an allogenen Knochentransplantaten in Deutschland ist nicht bekannt

Transplantation

In Deutschland werden jährlich zirka 75.000 autologe und 30.000 allogene Knochentransplantationen durchgeführt. Im Vergleich dazu die USA mit den weltweit häufigsten Knochentransplantationen: Die Zahl der verwendeten allogenen muskuloskeletalen Transplantate beläuft sich auf zirka 900.000 pro Jahr.