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Die 6. Expertentagung der DGFG mit dem Schwerpunktthema Gewebeprozessierung findet am 4. November statt. Die Tagung ist Teil des "19th International Congress of the European Association of Tissue Banks" in Berlin. Durch die Einbindung der Expertentagung in die EATB-Konferenz bietet sich die Teilnahme auch an der Gesamtkonferenz an. Nähere Informationen finden Sie icon hier.

Gewebebanken

Gespendete Gewebe werden nicht unmittelbar nach der Entnahme transplantiert. Dies unterscheidet die Gewebespende von der Organspende.

Die Spendergewebe werden in Gewebebanken aufbereitet und konserviert. Dieses Verfahren nennt man Prozessierung. Diese Aufbereitung hat dabei ausschließlich das Ziel, das Gewebe nach der Präparation in seiner ursprünglichen Struktur und Funktion zu erhalten.

Gewebebanken wurden eingerichtet, um einen Transplantatbestand zu erzeugen um eine ausreichende Versorgung der Patienten mit Gewebespenden zu gewährleisten. Durch die Möglichkeit der Lagerung von Transplantaten können Patienten bei schwankendem Spendeaufkommen mit Transplantaten versorgt werden. So ist es bei dem Vorhandensein von ausreichend vielen Transplantaten möglich, im Notfall ein Unfallopfer mit einer schweren Hornhautverletzung sofort mit einem Hornhauttransplantat zu behandeln. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber der Organspende, bei der Patienten häufig monatelang auf ein Spenderorgan warten müssen, da es nicht genügend Spender gibt und solide Organe nicht konserviert werden können.

In den Gewebebanken werden die Gewebepräparate medizinisch untersucht, um eine Übertragung von Infektionen zu verhindern. Eine Übertragung von Krankheitserregern (Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen) kann beim Empfänger schwerwiegende Erkrankungen auslösen. Dieses Risiko wird durch die Lagerung der Spendergewebe in einer Gewebebank deutlich verringert.

Die Gewebebanken bewahren die Gewebe auf und geben sie an transplantierende Einrichtungen weiter, wenn diese ein Transplantat für einen Patienten benötigen. Augenhornhäute können nach der Prozessierung bis zu 28 Tagen gelagert werden, Herzklappen- und Gefäßpräparate sogar für eine Dauer von mehreren Monaten bis hin zu einigen Jahren.

Gewebebanken sind in der Regel auf ein oder wenige Transplantate spezialisiert. Neben Hornhautbanken haben sich in Deutschland kardiovaskuläre Banken (Herzklappen, Blutgefäße) und muskulo-skelettale Banken (Knochen, Weichteilgewebe und Haut) etabliert.