Gemeinsam im Netzwerk stark

Jede Gewebebank in Deutschland, egal ob Hornhautbank oder Herzklappenbank, kann auf vertraglicher Grundlage mit der DGFG zusammenarbeiten. Die Gewebeprozessierung ist ein hoch komplexer, durch zahlreiche Gesetze regulierter Prozess. Die gespendeten Gewebe werden in Gewebebanken verarbeitet (prozessiert), getestet und gelagert. Die DGFG übernimmt je nach Vertragsgestaltung über eine zentrale Datenbank die Vermittlung der Gewebetransplantate. Das Netzwerk für Gewebemedizin ist über regionale Grenzen hinaus für Gewebebanken der ideale Ort zur Kooperation. Die lokale Identität und gewachsene historische Strukturen bleiben erhalten. Im Netzwerk können Gewebebanken jederzeit den gestiegenen Anforderungen der Transplantationszentren an Qualität und Flexibilität bei gleichzeitiger Planungssicherheit gerecht werden.

Die DGFG unterstützt die Gewebebanken bzw. Gewebebanken in Planung bei der Umsetzung und Einhaltung der gesetzlichen Auflagen sowie beim Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems. Die Partner profitieren von langjähriger Erfahrung, gemeinsamen Forschungsprojekten und einheitlichen SOPs.

Es gibt unterschiedliche Kooperationsmodelle.

  1. Lohnauftrag – Prozessierung im Auftrag der DGFG
    Kliniken, die eine eigene Gewebebank betreiben bzw. betreiben möchten und die eine Erlaubnis für die Prozessierung nach § 20c Arzneimittelgesetz (AMG) besitzen, können Gewebe im Lohnauftrag der DGFG prozessieren. Die Gewebebank ist für alle behördlichen Erlaubnisse selbst verantwortlich. Sie setzt ihr eigenes Personal ein und verfügt über eigene Räumlichkeiten. Bei Bedarf baut die DGFG ein Spendeprogramm vor Ort auf und bringt die notwendigen SOPs in die Kooperation ein. Wir beraten gerne zu rechtlichen und fachlichen Fragen der Prozessierung.
  2. Kooperation als Bankstandort der DGFG
    Kliniken mit einer etablierten Gewebebank können zur Sicherstellung des Standorts und des Transplantationsprogramms ihre Bank als Bankstandort der DGFG führen. Dabei bleibt die Gewebebank in vollem Umfang vor Ort erhalten. Die DGFG kümmert sich um sämtliche Genehmigungen und Erlaubnisse. Wir erstatten je nach Vertragsgestaltung alle Aufwendungen für Räume, Sachmittel und Personal. Die Organisation der Gewebespende und der Aufbau bzw. die Reaktivierung eines Spendeprogramms erfolgen in der Regel durch die DGFG. Koordinierende Personen der DGFG sind vor Ort als Ansprechpartner tätig. Realisierte Gewebespenden werden primär in der kooperierenden Bank prozessiert.
  3. Aufbau einer regionalen Gewebebank
    Eine gemeinsame Gewebebank lässt sich optimal in die gewachsenen regionalen Strukturen integrieren. Mehrere Gesellschafter beteiligen sich mit einem Gesellschaftsanteil an der Gewebebank. Sie bauen die gemeinsame gemeinnützige Gewebebank gemeinsam mit der DGFG in einer bestimmten Region auf und aus. Die Gesellschaftsform der Bank ist eine gemeinnützige GmbH. Die Gesellschaft beruft einen oder mehrere Geschäftsführer und bestimmt einen Beirat, der die Gesellschaft und die Geschäftsführung zu rechtlichen und fachlichen Angelegenheiten berät. Die Gesellschafter treffen alle Entscheidungen gemeinsam. Wir organisieren in der entsprechenden Region die Gewebespende und bauen ein funktionierendes Spendeprogramm auf. Die DGFG stellt alle SOPs für die Gewebeprozessierung zur Verfügung und kümmert sich um alle Genehmigungen.

Vorteile der Kooperation von Gewebebanken mit der DGFG:

  • Gemeinsames Qualitätsmanagement
  • Erprobte und standardisierte SOPs
  • Unterstützung und Vorbereitung von internen und externen Audits
  • Begleitung und Unterstützung bei den Genehmigungsverfahren nach AMG
  • Vermittlung von Gewebepräparaten über das Vermittlungssystem der DGFG
  • Sicherung der Spendeprogramme
  • Gemeinsame wissenschaftliche Projekte
  • Gemeinsame Nutzung personeller und technischer Ressourcen