Gewebemedizin braucht Gewebespenden

Voraussetzung für alle Erfolge in der Gewebetransplantation sind Gewebespenden. Der Bedarf an Gewebetransplantaten in Deutschland könnte komplett aus nationalen Spendeprogrammen gedeckt werden. Pro Jahr versterben etwa 850.000 Menschen in Deutschland. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel dieser Verstorbenen mögliche Gewebespender sind. Diese Zahlen ergeben für die Gewebespende eine ganz andere Ausgangsbasis als für Organspenden. Für diese kommen etwa 4.000 Verstorbene in Frage. Voraussetzung für eine Organspende ist u.a. der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Gehirns, der sogenannte Hirntod. Gewebespenden sind hingegen auch bei Menschen möglich, die im normalen Herz-Kreislauftod verstorben sind. Auch ein hohes Lebensalter oder eine Krebserkrankung ist kein Ausschlussgrund. Ein Arzt muss zur Todesfeststellung sichere Todeszeichen, wie Totenflecke und Leichenstarre, festgestellt haben. Gewebespenden sind in jedem Krankenhaus möglich.

 

Gewebespende

Bei Organspende immer auch an eine mögliche Gewebespende denken

Gewebespenden bei hirntoten Patienten und geplanter Organspende

Organspender sind mögliche Gewebespender! Insgesamt etwa zehn Prozent der Gewebespender im Gewebenetzwerk sind Organspender. Von diesen stammen derzeit fast alle gespendeten Herzklappen und Blutgefäße. Die Transplantation humaner Herzklappen bzw. von Blutgefäßen ist für schwerkranke Patienten oft die einzige Behandlungsmöglichkeit. Deshalb sind wir unabhängig vertraglicher Vereinbarungen auf die Meldung solcher Spenden dringend angewiesen. Unser medizinischer Dienst ist 24 Stunden für Spendermeldungen erreichbar. Eine Gewebeentnahme ist auch ohne vertragliche Bindung problemlos möglich. Die DGFG zeigt der zuständigen Landesbehörde in diesen Fällen ein mobiles Entnahmeteam an. Für die meldende Klinik entsteht kein weiterer Aufwand.

Aufbau von Spendeprogrammen zur Förderung der Gewebespende

Gewebespende ist Gemeinschaftsaufgabe! Jedes Krankenhaus in Deutschland kann mit der DGFG einen Kooperationsvertrag abschließen. Der Vertrag regelt die Art der Spendermeldung, des Spenderscreenings und weitere organisatorische Aspekte. Wir kümmern uns – je nach Vertragsgestaltung – um den gesamten Ablauf der Gewebespende oder um bestimmte Teilbereiche. Die DGFG stellt bei Bedarf Personal und Sachmittel zur Verfügung. Wir schulen alle an der Gewebespende beteiligten Personen und bieten klinikinterne Informationsveranstaltungen an. In der Regel ist die DGFG die verantwortliche Spendeeinrichtung nach § 20b Arzneimittelgesetz (AMG). Damit garantieren wir, dass alle behördlichen Genehmigungen vorliegen und die Gewebespende nach qualifizierten und standardisierten Verfahren abläuft. Die Klinik stellt geeignete Entnahmeräume zur Verfügung und meldet potentielle Gewebespender an die DGFG.

Vorteile eines gemeinsamen Spendeprogramms

  • Konsiliarische Unterstützung bei der medizinischen Indikationsstellung zur postmortalen Gewebespende
  • Unterstützung/Übernahme des Einwilligungsgesprächs mit den Angehörigen
  • Organisation und Durchführung der serologischen/virologischen Diagnostik
  • Organisation und Durchführung der Gewebeentnahme
  • Transport der Gewebe in die Gewebebank
  • Aufwandserstattung für die Nutzung der Infrastruktur

Sie möchten die Gewebespende regelmäßig unterstützen? Sie sind am Aufbau eines Spendeprogramms in Ihrem Hause interessiert? Bitte schicken Sie uns eine kurze Nachricht! Wir werden uns umgehend bei Ihnen melden!

Anrede und Titel:
 Frau Herr      

Vorname (Pflichtfeld)

Nachname (Pflichtfeld)

Krankenhaus (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Ihre Nachricht