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Gewebespende 2010 in Dortmund: Immer mehr Menschen stimmen einer Gewebespende zu
10 Gewebespenden am St.-Johannes-Hospital - 137 Augenhornhäute in 2010 transplantiert
Hannover, 10. Februar 2011 – Im vergangenen Jahr haben am St.-Johannes-Hospital Dortmund 10 Menschen nach ihrem Tod Gewebe gespendet und damit die anderen durch eine Gewebespende geholfen. Im gesamtem Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist die Zahl der Spender um 25 Prozent auf 1.450 gestiegen. Noch nie konnte so vielen Patienten mit einem geeigneten Transplantat geholfen werden wie im vergangenen Jahr.
Bei einer Gewebespende können Menschen Augenhornhäute, Herz-klappen und Knochen spenden. Die Anzahl der gespendeten Gewebetransplantate ist innerhalb des Netzwerkes der DGFG um 15 Prozent gestiegen. Gespendet wurden 2.992 Augenhornhäute, 260 Herzklappen und Blutgefäße, 700 Amnien sowie 1.326 Knochen, Sehnen und Bindegewebe.
137 Transplantationen der Augenhornhaut am St.-Johannes-Hospital
Im vergangenen Jahr wurden 2.574 Gewebe zur Transplantation an Patienten vermittelt (nicht berücksichtigt Knochen- und Bindegewebe). Dies waren 26,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In 2010 wurden 1.777 Augenhornhäute transplantiert, 278 mehr als im Vorjahr. Auch am St.-Johannes-Hospital Dortmund ist die Anzahl den Hornhautverpflanzungen deutlich gestiegen: In 2010 transplantierte Herr Prof. Markus Kohlhaas, Leiter der Klinik für Augenheilkunde, 137 Augenhornhäute – im Vorjahr waren es nur 106. „Dank der zunehmenden Gewebespenden stehen mehr Transplantate zur Verfügung. Die Versorgung der Patienten wird spürbar besser“, kommentiert Prof. Kohlhaas die Entwicklung.
Mehr Krankenhäuser engagieren sich für die Gewebespende
Grund für die Steigerung der Gewebespenden sieht Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG, vor allem im wachsenden Engagement der Krankenhäuser. „Jedes Jahr schließen sich mehr Krankenhäuser wie das St.-Johannes-Hospital unserem Netzwerk an, um die Gewebespende zu unterstützen.“ In 2010 meldeten bundesweit 49 Universitätskliniken und Krankenhäuser potenzielle Gewebespender an die DGFG – in 2008 waren es erst halb so viele.
Noch vor wenigen Jahren mussten Patienten viele Monate auf ein Trans-plantat warten. Dank steigender Spendenzahlen und einer zentralen Vermittlung können Patienten heute zeitnah mit Geweben versorgt werden: Rund ein Drittel aller Patienten auf der bundesweiten Warteliste der DGFG erhält innerhalb eines Monats ein Hornhaut-Transplantat. Die Hälfte der Patienten wird innerhalb von 90 Tagen versorgt.
Alle Angaben zu den Jahreszahlen 2010 sind vorläufig.
Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland unterstützt. Sie stellt ein Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken, Gewebebanken und anderer medizinischer Einrichtungen dar, die ausschließlich im Bereich der nicht-kommerziellen Gewebespende tätig sind. Es ist das größte deutsche Netzwerk seiner Art auf dem Gebiet der Gewebemedizin. Die DGFG koordiniert gemeinsam mit den koope-rierenden Kliniken unter Berücksichtigung der lokalen Strukturen die Gewebespende vor Ort.

