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Gewebespende 2010 in Halle: Gestiegene Gewebespende sichert Patientenversorgung mit Transplantaten
Über 240 Augenhornhäute verließen 2010 zur Transplantation die Mitteldeutsche Cornea Bank in Halle
Hannover, 1. Februar 2011 – Im vergangenen Jahr verließen 240 Augenhornhäute zur Transplantation am Patienten die Mitteldeutsche Cornea Bank in Halle. Damit hält die Gewebebank das konstant hohe Niveau der vergangenen Jahre in der Versorgung zahlreicher Patienten in der Region. Die Zahl derjenigen, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben, ist im gesamten Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) um 25 Prozent gestiegen.
Bei einer Gewebespende können Menschen Augenhornhäute, Herzklappen und Knochen spenden. Mit rund 6.000 Transplantationen im Jahr sind Augenhornhäute die am häufigsten transplantierten Gewebe. Die Mitteldeutsche Cornea Bank in Halle konnte in 2010 insgesamt 240 Patienten über die zentrale Vermittlungsstelle der DGFG mit einem geeigneten Augenhornhauttransplantat versorgen, viele davon im Universitätsklinikum Halle selbst. „Dank der gestiegenen Anzahl derer, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende helfen, stehen mehr Transplantate zur Verfügung. Nur wenn sich weiter alle so engagiert für die Gewebespende einsetzen, können wir gemeinsam mit der DGFG eines der größten Transplantationsprogramme für Augenhornhäute dauerhaft in Halle etablieren“, so Prof. Gernot Dunker, Leiter der Gewebebank und Direktor der Augenklinik am Uniklinikum Halle.
Mehr Menschen spendeten Gewebe nach ihrem Tod
Im vergangenen Jahr haben 1.450 Menschen im Netzwerk der DGFG Gewebe gespendet. Die Zahl derjenigen, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben, ist damit um 25 Prozent gestiegen. Noch nie konnte die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) so vielen Patienten mit einem geeigneten Transplantat helfen wie im vergangenen Jahr. Die Anzahl der gespendeten Gewebetransplantate ist 2010 innerhalb des Netzwerkes der DGFG um 15 Prozent gestiegen. Gespendet wurden 2.992 Augenhornhäute, 260 Herzklappen und Blutgefäße, 700 Amnien sowie 1.326 Knochen, Sehnen und Bindegewebe. Im vergangenen Jahr wurden 2.574 Gewebe zur Transplantation an Patienten vermittelt (nicht berücksichtigt Knochen- und Bindegewebe). Dies waren 26,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mehr Krankenhäuser engagieren sich für die Gewebespende
Grund für die Steigerung der Gewebespenden sieht Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG, vor allem im wachsenden Engagement der Krankenhäuser. „Immer mehr engagierte Kliniken wie das Universitätsklinikum Halle schließen sich unserem Netzwerk an, um die Gewebespende zu unterstützen.“ In 2010 meldeten bundesweit 49 Universitätskliniken und Krankenhäuser potenzielle Gewebespender an die DGFG – in 2008 waren es erst halb so viele.
Patienten warten kürzer auf ein Transplantat
Die Mitteldeutsche Cornea Bank ist eine von 14 Hornhautbanken im Netzwerk der DGFG, die maßgeblich dazu beigetragen haben, die Wartezeit auf ein Hornhauttransplantat im Netzwerk der DGFG deutlich zu senken. Noch vor wenigen Jahren mussten Patienten mehrere Monate auf ein Transplantat warten. Dank steigender Spendenzahlen und einer zentralen Vermittlung können Patienten heute zeitnah mit Geweben versorgt werden: Rund ein Drittel aller Patienten auf der bundesweiten Warteliste der DGFG erhält innerhalb eines Monats ein Hornhaut-Transplantat. Die Hälfte der Patienten wird innerhalb von 90 Tagen versorgt. In 2010 wurden 1.777 Augenhornhäute an Patienten zur Transplantation vermittelt, 278 mehr als im Vorjahr.
Entscheidung zu Lebzeiten
In Deutschland gilt die erweiterte Zustimmungslösung, das heißt, dass Gewebe nur entnommen werden darf, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten seine Einwilligung gegeben hat. Ist den Angehörigen eine Entscheidung für oder gegen eine Gewebespende nicht bekannt, müssen sie diese nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen treffen. „Nehmen Sie Ihren Angehörigen diese Entscheidung ab, indem Sie noch zu Lebzeiten Ihre Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende im engen Familienkreis ansprechen und entscheiden“, rät Dr. Frank-Peter Nitschke, medizinischer Leiter der DGFG, zum Umgang mit diesem sensiblen Thema. Die Zustimmungsrate zur Gewebespende lag in 2010 bei 40 %.
Alle Angaben zu den Jahreszahlen 2010 sind vorläufig.
Die Mitteldeutsche Cornea Bank Halle ist eine Gewebebank im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation.
Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland unterstützt. Sie stellt ein Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken, Gewebebanken und anderer medizinischer Einrichtungen dar, die ausschließlich im Bereich der nicht-kommerziellen Gewebespende tätig sind. Es ist das größte deutsche Netzwerk seiner Art auf dem Gebiet der Gewebemedizin. Die DGFG koordiniert gemeinsam mit den koope-rierenden Kliniken unter Berücksichtigung der lokalen Strukturen die Gewebespende vor Ort.

