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Gewebespende 2010 in Schwerin: Gestiegene Gewebespende ermöglicht bessere Patientenversorgung
430 Augenhornhäute verließen 2010 zur Transplantation die Kornea- und Gewebebank in Schwerin
Schwerin, 7. Februar 2011 – Im vergangenen Jahr verließen 430 Augenhornhäute zur Transplantation am Patienten die Kornea- und Gewebebank in Schwerin. Damit konnte die Gewebebank 65 Prozent mehr Patienten mit einem geeigneten Transplantat versorgen als noch im Vorjahr. Die Zahl derjenigen, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben, ist im gesamten Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) um 25 Prozent gestiegen.
Bei einer Gewebespende können Menschen Augenhornhäute, Herz-klappen und Knochen spenden. Mit rund 6.000 Transplantationen im Jahr sind Augenhornhäute die am häufigsten transplantierten Gewebe. Die an der Augenklinik der Helios Kliniken in Schwerin angegliederte Kornea- und Gewebebank konnte in 2010 65 Prozent mehr Patienten mit einem geeigneten Augenhornhauttransplantat versorgen als noch im Vorjahr. 430 Transplantate aus der Gewebebank konnten über die zentrale Vermittlungsstelle der DGFG an Patienten auf der bundesweiten Warteliste vermittelt werden. Dies ist der gestiegenen Anzahl derjenigen zu verdanken, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben. „Die Anzahl der gespendeten Augenhornhäute, die in unsere Gewebebank zur Aufbereitung zum Transplantat eingegangen sind, ist im letzten Jahr deutlich um 70 Prozent gestiegen“, so Prof. Frank Wilhelm, Leiter der Gewebebank.
Mehr Menschen spendeten Gewebe nach ihrem Tod
Im vergangenen Jahr haben 1.450 Menschen im Netzwerk der DGFG Gewebe gespendet. Die Zahl derjenigen, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben, ist damit um 25 Prozent gestiegen. Noch nie konnte die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) so vielen Patienten mit einem geeigneten Transplantat helfen wie im vergangenen Jahr. Die Anzahl der gespendeten Gewebetransplantate ist 2010 innerhalb des Netzwerkes der DGFG um 15 Prozent gestiegen. Gespendet wurden 2.992 Augenhornhäute, 260 Herzklappen und Blutgefäße, 700 Amnien sowie 1.326 Knochen, Sehnen und Bindegewebe. Im vergangenen Jahr wurden 2.574 Gewebe zur Transplantation an Patienten vermittelt (nicht berücksichtigt Knochen- und Bindegewebe). Dies waren 26,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mehr Krankenhäuser engagieren sich für die Gewebespende
Grund für die Steigerung der Gewebespenden sieht Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG, vor allem im wachsenden Engagement der Krankenhäuser. „Immer mehr engagierte Krankenhäuser wie die Helios Kliniken Schwerin schließen sich unserem Netzwerk an, um die Gewebespende zu unterstützen.“ In 2010 meldeten bundesweit 49 Universitätskliniken und Krankenhäuser potenzielle Gewebespender an die DGFG – in 2008 waren es erst halb so viele.
Patienten warten kürzer auf ein Transplantat
Die Kornea- und Gewebebank in Schwerin ist eine von 14 Hornhautbanken im Netzwerk der DGFG, die maßgeblich dazu beigetragen haben, die Wartezeit auf ein Hornhauttransplantat im Netzwerk der DGFG deutlich zu senken. Noch vor wenigen Jahren mussten Patienten mehrere Monate auf ein Transplantat warten. Dank steigender Spendenzahlen und einer zentralen Vermittlung können Patienten heute zeitnah mit Geweben versorgt werden: Rund ein Drittel aller Patienten auf der bundesweiten Warteliste der DGFG erhält innerhalb eines Monats ein Hornhaut-Transplantat. Die Hälfte der Patienten wird innerhalb von 90 Tagen versorgt. In 2010 wurden 1.777 Augenhornhäute an Patienten zur Transplantation vermittelt, 278 mehr als im Vorjahr.
Entscheidung zu Lebzeiten
In Deutschland gilt die erweiterte Zustimmungslösung, das heißt, dass Gewebe nur entnommen werden darf, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten seine Einwilligung gegeben hat. Ist den Angehörigen eine Entscheidung für oder gegen eine Gewebespende nicht bekannt, müssen sie diese nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen treffen. „Nehmen Sie Ihren Angehörigen diese Entscheidung ab, indem Sie noch zu Lebzeiten Ihre Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende im engen Familienkreis ansprechen und entscheiden“, rät Dr. Frank-Peter Nitschke, medizinischer Leiter der DGFG, zum Umgang mit diesem sensiblen Thema. Die Zustimmungsrate zur Gewebespende lag in 2010 bei 40 %.
Alle Angaben zu den Jahreszahlen 2010 sind vorläufig.
Die Kornea- und Gewebebank Schwerin ist ein gemeinsames Tochterunternehmen der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation und der Helios Kliniken Schwerin. Sie wurde 2006 als unabhängige und gemeinnützige Gesellschaft gegründet, um die Gewebespenden aus der Region zu betreuen. Rund 1.000 Augenhornhäute hat die Gewebebank zur Transplantation am Patienten seitdem bereits zur Verfügung stellen können.
Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland unterstützt. Sie stellt ein Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken, Gewebebanken und anderer medizinischer Einrichtungen dar, die ausschließlich im Bereich der nicht-kommerziellen Gewebespende tätig sind. Es ist das größte deutsche Netzwerk seiner Art auf dem Gebiet der Gewebemedizin. Die DGFG koordiniert gemeinsam mit den koope-rierenden Kliniken unter Berücksichtigung der lokalen Strukturen die Gewebespende vor Ort.

