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Die Transplantation eines Gesichts ist nach wie vor ein experimentelles Verfahren: Ein neunzehnjähriger junger Mann bekommt nach schweren Verbrennungen ein neues Gesicht transplantiert. Die Transplantation verändert sein ganzes Leben. Viele rechtliche und ethische Details müssen geklärt werden. Einen Video-Bericht finden Sie hier.

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Immer mehr Menschen stimmen einer Gewebespende zu

Über 2.500 Augenhornhäute, Herzklappen und Blutgefäße wurden in 2010 transplantiert

Hannover, 31. Januar 2011 – Im vergangenen Jahr haben 1.451 Menschen Gewebe gespendet. Die Zahl derjenigen, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben, ist damit um 28 Prozent gestiegen. Noch nie konnte die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) so vielen Patienten mit einem geeigneten Transplantat helfen wie im vergangenen Jahr.

Bei einer Gewebespende können Menschen Augenhornhäute, Herzklappen und Knochen spenden. Im Jahr 2010 ist die Anzahl der gespendeten Gewebetransplantate innerhalb des Netzwerkes der DGFG um 15 Prozent gestiegen. Gespendet wurden 2.992 Augenhornhäute, 264 Herzklappen und Blutgefäße, 700 Amnien sowie 1.326 Knochen, Sehnen und Bindegewebe. Im vergangenen Jahr wurden 2.574 Gewebe zur Transplantation an Patienten vermittelt (nicht berücksichtigt Knochen- und Bindegewebe). Dies waren 26,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mehr Krankenhäuser engagieren sich für die Gewebespende

Grund für die Steigerung der Gewebespenden sieht Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG, vor allem im wachsenden Engagement der Krankenhäuser. „Jedes Jahr schließen sich mehr Krankenhäuser unserem Netzwerk an, um die Gewebespende zu unterstützen.“ In 2010 meldeten bundesweit 49 Universitätskliniken und Krankenhäuser potenzielle Gewebespender an die DGFG – in 2008 waren es erst halb so viele.

Patienten warten kürzer auf ein Transplantat

Noch vor wenigen Jahren mussten Patienten mehrere Monate auf ein Transplantat warten. Dank steigender Spendenzahlen und einer zentralen Vermittlung können Patienten heute zeitnah mit Geweben versorgt werden: Rund ein Drittel aller Patienten auf der bundesweiten Warteliste der DGFG erhält innerhalb eines Monats ein Hornhaut-Transplantat. Die Hälfte der Patienten wird innerhalb von 90 Tagen versorgt. In 2010 wurden 1.777 Augenhornhäute an Patienten zur Transplantation vermittelt, 278 mehr als im Vorjahr.

Entscheidung zu Lebzeiten

In Deutschland gilt die erweiterte Zustimmungslösung, das heißt, dass Gewebe nur entnommen werden darf, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten seine Einwilligung gegeben hat. Ist den Angehörigen eine Entscheidung für oder gegen eine Gewebespende nicht bekannt, müssen sie diese nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen treffen. „Nehmen Sie Ihren Angehörigen diese Entscheidung ab, indem Sie noch zu Lebzeiten Ihre Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende im engen Familienkreis ansprechen und entscheiden“, rät Dr. Frank-Peter Nitschke, medizinischer Leiter der DGFG, zum Umgang mit diesem sensiblen Thema. Die Zustimmungsrate zur Gewebespende lag in 2010 bei 40 %.

jahreszahlen_spende_2008-2010_web.jpg  jahreszahlen_transplantation_2008-2010_web.jpg

Die Jahreszahlen 2008-2010 sind hier abrufbar:

icon Gewebespende 2008-2010 (251.86 kB)

icon Transplantation 2008-2010 (806.09 kB)

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland unterstützt. Sie stellt ein Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken, Gewebebanken und anderer medizinischer Einrichtungen dar, die ausschließlich im Bereich der nicht-kommerziellen Gewebespende tätig sind. Es ist das größte deutsche Netzwerk seiner Art auf dem Gebiet der Gewebemedizin. Die DGFG koordiniert gemeinsam mit den kooperierenden Kliniken unter Berücksichtigung der lokalen Strukturen die Gewebespende vor Ort.