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Wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation konstituiert sich
Fachgremium berät bei ethischen, rechtlichen und ökonomischen Fragen der Gewebemedizin – Sicherung der Gemeinnützigkeit der Gewebespende
Hannover, 23. Juni 2008 - Bei der Gestaltung und dem Ausbau der gemeinnützigen Gewebespende in Deutschland erhält die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) künftig wissenschaftliche Unterstützung. Sie hat dafür renommierte Experten aus Klinik, Wissenschaft und Gesundheitswesen als Mitglieder eines wissenschaftlichen Beirates berufen. Die DGFG als größtes, gemeinnütziges Netzwerk auf dem Gebiet der Gewebespende will gemeinsam mit dem Fachgremium aktiv aktuelle Fragen zur Gewebemedizin aufgreifen und Lösungen erörtern.
„Mit der Expertise der Experten wollen wir nicht nur die Qualität und Sicherheit von Gewebespenden weiter voranbringen, sondern auch ethische und rechtliche Fragen der Gewebespende diskutieren“, sagte Prof. Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand der Universitätsklinikum Leipzig bei der konstituierenden Beiratssitzung. Das Universitätsklinikum ist zusammen mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden und der Medizinischen Hochschule Hannover Gesellschafter der DGFG ist. Prof. Detlev M. Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, ergänzte: „Ferner geht es darum, Modelle der Finanzierung der Gewebespende weiterzuentwickeln. Dabei gilt es, ausdrücklich den gemeinnützigen Umgang mit Gewebetransplantaten zu sichern.“
Die Beiräte wählten Prof. Gernot Duncker, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, zum Beiratsvorsitzenden. Mit Blick auf die künftige Tätigkeit des Beirates sagte Prof. Duncker: „Die Gewebemedizin steht vor großen wissenschaftlichen Herausforderungen. Diese gilt es, zum Wohle der Patienten und mit Verantwortung gegenüber den Spendern zu bewältigen.“ Wie wichtig es sei, Gewebespenden weiter zu fördern zeige die Transplantation von Augenhornhäuten. „Medizinisch ist dies Routine, doch noch immer mangelt es an Wissen und Bereitschaft der Menschen zu spenden.“
Beirat Prof. Peter Neuhaus, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Charité Campus Virchow-Klinikum, hob die Bedeutung medizinischer Verteilungskriterien von Gewebespenden hervor, um in Analogie zur Organspende bundesweit eine gerechte Versorgung zu sichern. Prof. Peter Scriba, ehemaliger Direktor des Medizinischen Klinik Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität München, sieht einen Schwerpunkt der Beiratsarbeit darin, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Organ- und Gewebespende auszuloten, um die Transplantationsmedizin in Deutschland zu stärken. Der Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands, Rüdiger Strehl, betonte, als Beirat den Netzwerk-Gedanken vor allem auf universitärer Seite zu stärken: „Die Universitätskliniken übernehmen bei der Organ- und Gewebespende eine große Verantwortung. Sie betreuen die meisten Spender und Transplantationen. Ein universitär getragenes Netzwerk war für die Gewebemedizin längst überfällig. Mit dem neuen Gewebegesetz und der DGFG sehen wir nun gute Möglichkeiten, eine bedarfsgerechte Versorgung zu organisieren.“
Die für vier Jahre berufenen Mitglieder des Beirates sind:
Prof. Dr. Gernot Duncker
Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Peter Neuhaus
Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Charité, Campus Virchow-Klinikum
Prof. em. Dr. Dr. h.c. Peter Oberender
Direktor der Forschungsstelle Sozialrecht und Gesundheitsökonomie, Universität Bayreuth
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Peter C. Scriba
Em. Direktor der Medizinischen Klinik Innenstadt, Ludwig-Maximilians-Universität München
Rüdiger Strehl, Dipl.-Kfm., Dipl.-Pol.
Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD)
Prof. Dr. Ralf Tönjes
Fachgebietsleiter Avitale Gewebezubereitungen, Xenogene Zelltherapeutika beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die Gewebespenden und Gewebetransplantationen koordiniert und unterstützt. Sie stellt ein Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken und medizinischer Einrichtungen dar, die im Bereich der Gewebespende, Aufbereitung und Vermittlung von Gewebetransplantaten tätig sind. Es ist das größte Netzwerk seiner Art auf dem Gebiet der Gewebespende. Ziel dieses nicht-kommerziellen Verbundes ist es, eine bedarfsgerechte, sichere, transparente und kostengünstige Versorgung von Patienten mit Gewebetransplantaten zu gewährleisten.
Die DGFG wurde am 01. August 2007 von den drei Gesellschaftern Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Universitätsklinikum Leipzig und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, gegründet. Sie ist eine Nachfolgegesellschaft der 1997 gegründeten Gemeinnützigen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DSO-G), die zur Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gehörte.

