Universitätsklinikum Heidelberg und Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) kooperieren in der Gewebespende und Augenhornhautpräparation

Schwer augenkranke Patienten der Universitäts-Augenklinik Heidelberg, die auf eine Augenhornhautspende angewiesen sind, können nun schneller als bisher mit einem passenden Gewebetransplantat versorgt werden – dafür sorgt eine neue Kooperation der Klinik mit Deutschlands größtem Netzwerk für Gewebemedizin: Ab sofort organisiert die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) die Augenhornhautspenden am Universitätsklinikum. Damit ist die klinikeigene Lions Hornhautbank Heidelberg nun Teil eines bundesweiten, zentral von der DGFG koordinierten Netzwerkes von Hornhautbanken. Ziel der Kooperation ist es, die Anzahl an Gewebespenden zu erhöhen und genügend aufbereitete Hornhäute bereit zu stellen, um die Wartezeiten für Patienten möglichst kurz zu halten.

„Für die Kliniken bedeutet eine Zusammenarbeit mit uns eine Entlastung, denn sie müssen die Gewebespende fortan nicht mehr selbst betreuen. Wir kümmern uns um den gesamten Ablauf – von der Prüfung der Verstorbenenmeldung auf Spendereignung, der Aufklärung der Angehörigen bis hin zur Entnahme der Gewebe“, sagt Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG. „Es ist uns wichtig, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der für Transparenz und langjährige Erfahrung in diesem sensiblen Bereich der Medizin steht“, fasst Prof. Dr. Gerd U. Auffahrt, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik zusammen.

Hornhautverpflanzungen sind nur möglich, wenn Menschen nach ihrem Tod ihre Hornhaut spenden. „Wichtig ist, dass Menschen möglichst schon zu Lebzeiten eine Entscheidung für oder gegen eine Gewebespende treffen“, sagt Martin Börgel. Ist diese Entscheidung nicht bekannt, sprechen Mitarbeiter der DGFG mit den Angehörigen. Diese Aufgabe übernimmt im Universitätsklinikum Heidelberg die DGFG-Koordinatorin Anna Rausch. „Ich informiere die Angehörigen sensibel über die Möglichkeit einer Gewebespende“, sagt die Biologin. Im Falle einer Einwilligung nimmt der ärztliche Regionalleiter der DGFG in einem zweiten Gespräch Kontakt mit den Angehörigen auf.

Lions Hornhautbank Heidelberg nun Teil eines bundesweiten Gewebenetzwerks

Bis dato wurden die Gewebespenden vom Team der Lions Hornhautbank selbst organisiert. Die Kooperation mit der DGFG entlastet die Mitarbeiter und schafft so Kapazitäten, damit zukünftig mehr Augenhornhautspenden in der Heidelberger Gewebebank bearbeitet und aufbereitet werden können. „Ist eine passende Hornhaut bei uns nicht auf Lager, dann vermittelt die DGFG ein Gewebetransplantat aus einer der anderen Hornhautbanken des Netzwerks“, sagt Dr. Patrick Merz, wissenschaftlicher Leiter und Qualitätsmanagementbeauftragter der Lions Hornhautbank Heidelberg (mehr dazu im erLeben Newsletter 3/2018 hier).

Umgekehrt profitieren nicht nur Heidelberger Patienten von der Kooperation: Stehen mehr Hornhautspenden an, als das Team der Lions Hornhautbank Heidelberg zeitnah aufbereiten kann, vermittelt die DGFG das entnommene Gewebe an einen Partner des Netzwerks mit freien Kapazitäten. Ebenso stellt die Heidelberger Gewebebank aufbereitete Hornhäute für Patienten der kooperierenden Kliniken zur Verfügung. Um die Verteilung der Transplantate kümmert sich die Vermittlungsstelle der DGFG in Hannover. Sie führt eine bundesweite, einheitliche Warteliste anhand der Kriterien Dringlichkeit und Erfolgsaussicht. 2017 konnte die DGFG 3.148 Hornhauttransplantate vermitteln.

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