Ziel erreicht: Mehr als 300 Augenhornhautpräparationen in der Cornea Bank Rostock

Hannover, Rostock 14.02.2018 – Das Jahr 2017 war für Heike Brückmann und die Cornea Bank Rostock ein sehr erfolgreiches Jahr: 301 Augenhornhautspenden konnte die Rostockerin ganz alleine bearbeiten. Im Interview mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) spricht sie über das, was sie in ihrer täglichen Arbeit antreibt: die Tatsache, dass sie Augenhornhautspenden zu Transplantaten aufbereitet, die anderen Menschen das Sehen wieder ermöglichen und den Weg zurück in ein normales Leben schenken können.

Heike-Brueckmann_WebSeit Dezember 2015 arbeitet Heike Brückmann (MTLA) bei der DGFG in der Cornea Bank Rostock in der Augenklinik der dortigen Universitätsmedizin. Das letzte Jahr war für die Rostockerin ein ganz besonderes: „Man hat ja immer irgendwie so ein Ziel: Die 300 war immer eine magische Zahl für mich. Das Ziel hatte ich mir gesetzt, weil ich am Anfang des Jahres gesehen habe, dass es super lief und ich das auch alleine schaffen kann. Und zum Jahresende hatte ich dann in der Tat das Glück, mein persönliches Ziel erreichen zu können: Insgesamt 301 Augenhornhautspenden habe ich letztes Jahr bearbeiten können.“ Als Heike Brückmann damals bei der Hornhautbank anfing, hatte sie gerade einmal zweieinhalb Wochen Zeit, sich einzuarbeiten. Kurz darauf war sie bereits völlig auf sich alleine gestellt. „Ich musste mich durchbeißen. Doch ich hatte über das Netzwerk der DGFG immer gute Wegbegleiter, die mir dabei geholfen haben. Die Hornhautbank war dabei für mich stets wie ein kleines Unternehmen: Die Hauptsache ist, es läuft. Und wenn man alleine ist, dann muss man sich halt gut organisieren!“

Bisher organisierte sich Heike Brückmann weitestgehend alleine. Unterstützung bekam sie bisher von Stefanie Wiencke, die als Gewebespendekoordinatorin der DGFG am Standort in der Unimedizin Rostock arbeitet. Morgens haben beide den anstehenden Tag dahingehend besprochen, was alles an Spenden kommt und an Aufgaben anliegt. „So konnte ich immer für mich gut planen und habe meine Arbeit schon einen Tag im Vorfeld organisiert: Ich wusste, was ich an Augenhornhauttransplantaten an die Transplantationszentren verschicken muss, was ich an neuen Spenden zur Prozessierung bekomme und was wir an Nachkontrollen haben. Mit Notfällen, die noch dazwischenkommen könnten, muss man natürlich immer rechnen. Was ich an Dokumenten vorbereiten kann, ist bei mir immer alles vorrätig, so dass ich nur noch danach greifen muss.“

Dass man am Ende des Tages, wenn man nach Hause geht, weiß, mit diesem Transplantat jemandem das Augenlicht wiedergeben zu können. Das ist einfach faszinierend, jeden Tag auf’s Neue.

Wir haben ihr die Frage gestellt, was sie in ihrer täglichen Arbeit antreibt und ihr diese Motivation gibt: „Das ist eigentlich ganz einfach ausgedrückt: Das, was mich in meiner Arbeit antreibt und jeden Tag immer wieder gerne herkommen lässt, ist die Motivation, dieses Transplantat zu erstellen. Und, dass man am Ende des Tages, wenn man nach Hause geht, weiß, mit diesem Transplantat jemandem das Augenlicht wiedergeben zu können. Das ist einfach faszinierend, jeden Tag auf’s Neue. Man kann nur hoffen, dass viele Menschen darüber Bescheid wissen und ihr Gewebe nach dem Tod für andere Menschen spenden.“ Heike Brückmann arbeitete stets auf Hochtouren. Doch auch ihr wurde es irgendwann zu viel. „Da habe ich im letzten Jahr unseren Geschäftsführer Herrn Börgel angerufen und ihm gesagt, ich fange langsam an, mit meinem Endothel zu sprechen. Es wird Zeit, dass ich Hilfe bekomme. Und den passenden Deckel, so zu sagen, den habe ich jetzt in Sabine Kopplow gefunden. Darüber bin ich sehr froh. Ich freue mich auf das, was kommt!“

Heike Brückmann hat nicht nur einen interessanten Job. Auch ihr Lebenslauf ist sehr abwechslungsreich: Nach ihrer Ausbildung zur MTLA arbeitete Heike Brückmann in der Kinderklinik in Rostock. Als sie dann geheiratet hatte, zog es sie nach Berlin. Dort arbeitete sie im Lebertransplantationszentrum der Charité. Nach der Wende kehrte Heike Brückmann dann wieder zurück nach Rostock, in ihre Heimat. Dort war sie viele Jahre lang leitende MTLA in einer großen Laborgemeinschaft. Irgendwann verschlug es sie dann in die Selbstständigkeit und in einen völlig anderen Bereich: Fast zehn Jahre lang betrieb sie, zunächst mit ihrem Vater gemeinsam und später alleine, eine Druckerei. Nach dieser Zeit lebte Heike Brückmann fünf Jahre lang in Norwegen. Als sie dann Oma wurde, kehrte sie wieder nach Rostock zurück. Sie begann in der Anatomie der Rostocker Unimedizin zu arbeiten. Von dort wechselte sie dann im Dezember 2015 zur Cornea Bank Rostock und somit zur DGFG: „Ich bin ordentlich rumgekommen, habe viel gelernt in der Zeit und viel gesehen. Doch das, was ich jetzt mache, ist für mich einfach perfekt!“

Seit 2015 ist die Universitätsmedizin Rostock Gesellschafter der DGFG. In dem Zuge hatte die DGFG die Cornea Bank Rostock von der Universitätsmedizin übernommen. Die DGFG ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland fördert. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen. Gesellschafter sind neben der Universitätsmedizin Rostock das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg. 4.726 Patienten konnte die DGFG allein 2017 mit einem Gewebetransplantat versorgen.

Alle Angaben zu den Jahreszahlen 2017 sind vorläufig (Stand 29.12.17).

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Heike Brückmann (MTLA) von der Cornea Bank Rostock

Oben: Sabine Kopplow und Prof. Dr. med. Ria Beck (VP); Unten: Heike Brückmann und Stefanie Wiencke (v.l.n.r.)

Das Team der Cornea Bank Rostock Oben: Sabine Kopplow und Prof. Dr. med. Ria Beck (Verantwortliche Person); Unten: Heike Brückmann und Stefanie Wiencke (v.l.n.r.)

Heike Brückmann prozessiert eine Hornhautspende

Heike Brückmann prozessiert eine Hornhautspende

 

 

 

 

 

 

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