Hirntod oder Herz-Kreislauf-Tod – Am Anfang steht die Meldung

Rufen Sie uns bitte unter der gebührenfreien 24-Stunden-Rufnummer 0800 – 511 5000 an, wenn Sie uns einen Spender melden möchten. Unser ärztlicher Dienst klärt gemeinsam mit Ihnen ab, ob eine Gewebespende möglich ist. Eine Altersbegrenzung existiert für Augenhornhautspenden nicht.

Eine Gewebespende läuft von der Spendermeldung bis hin zur Prozessierung in der Gewebebank in mehreren Schritten ab.

Irreversibler Herz-Kreislauf-Stillstand bzw. Hirntod

Der Tod muss nach Regeln festgestellt sein, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen (BÄK_Richtlinie für die Regeln zur Feststellung des Todes). Das geschieht mittels Nachweis des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Gehirns oder eines äußeren sicheren Todeszeichens.

Meldung an die DGFG

Die Meldung der potentiellen Gewebespende an die DGFG muss so schnell wie möglich erfolgen. Rufen Sie uns unter der gebührenfreien 24-Stunden-Rufnummer 0800 – 511 5000 an. Bitte denken Sie auch im Rahmen einer Organspende immer an die Möglichkeit der Gewebespende.

Kontraindikationen

Unser ärztlicher Dienst klärt gemeinsam mit Ihnen ab, ob eine Gewebespende möglich ist. Kontraindikationen sind gewebespezifisch. Hier ist in jedem Einzelfall eine individuelle Abwägung erforderlich. Es gibt absolute Kontraindikationen für eine Gewebespende.

Wichtige Informationsquellen sind die behandelnden Ärzte bzw. den Hausarzt des Verstorbenen, die aktuelle bzw. historische Krankenakte und ggf. die Erhebung einer Fremdanamnese bei den Angehörigen.

Bitte sichern Sie eine aktuelle Blutprobe (mind. Serum und EDTA) aus den Rückstellungen des Labors. Jeder Spender wird gewebeabhängig auf Infektionskrankheiten getestet (mind. HIV, HBV, HCV, Syphilis). Ist keine Rückstellprobe verfügbar, kann innerhalb von 24 Stunden nach Todeseintritt eine Blutprobe abgenommen werden. Bei Organspenden erfolgt die Blutentnahme spätestens vor Perfusionsbeginn.

Aufklärung der nächsten Angehörigen

Das Gespräch mit den Angehörigen dient der Klärung des geäußerten oder mutmaßlichen Willens des Verstorbenen. Für die Entnahme von Gewebe muss die Einwilligung des Verstorbenen in Form einer mündlichen oder schriftlichen Einverständniserklärung (z.B. Organ- und Gewebespendeausweis) vorliegen. Ist der Wille nicht bekannt, können die nächsten Angehörigen im Sinne des Verstorbenen eine Entscheidung für oder gegen eine Gewebespende treffen. Auf diese Möglichkeit ist in einem einfühlsamen und ergebnisoffenen Gespräch hinzuweisen. Geschulte und erfahrene Mitarbeiter der DGFG übernehmen bzw. unterstützen bei Bedarf dieses Gespräch. Das Ergebnis ist zu dokumentieren. Bitte informieren Sie auch im Rahmen einer Organspende über die Möglichkeit einer Gewebespende. Lehnen die Angehörigen eine Gewebespende ab, ist der Prozess an dieser Stelle beendet.

Entscheidungsberechtigt sind:

  • der Verstorbene durch eine zu Lebzeiten abgegebene schriftliche Erklärung, z.B. Organ- und Gewebespendeausweis, Patientenverfügung
  • die Person, auf welche die Entscheidung übertragen wurde, z.B. vermerkt auf dem Organ- und Gewebespendeausweis
  • stellvertretend die Angehörigen, die den mündlichen oder mutmaßlichen Willen übermitteln
  • die Angehörigen nach eigenen Wertvorstellungen, wenn der mutmaßliche Wille des Verstorbenen nicht zu ermitteln ist.

Weiterer Ablauf bei Zustimmung

Die DGFG koordiniert zurzeit die Spende und Entnahme von Augen (Hornhaut), Herzklappen, Blutgefäßen sowie Knochen, Bindegewebe und Sehnen. Die Entnahme von Herzklappen und Blutgefäßen ist zurzeit nur im Rahmen einer Organspende möglich. Liegt die Zustimmung vor, organisiert ein Koordinator der DGFG den weiteren Ablauf der Gewebespende.

Die DGFG verfügt über ein bundesweites Netz von Standorten, die eine Gewebespende an fast jedem Ort ermöglichen. Die Gewebeentnahme findet statt im OP oder in Räumlichkeiten der Pathologie bzw. Prosektur. Alle Mitarbeiter sind in der Entnahme von Geweben geschult, werden regelmäßig fortgebildet und sind bei den zuständigen Behörden gemeldet. Für eine Hornhautspende entnimmt ein erfahrener Mitarbeiter das gesamte Auge. Die Aufbereitung des scheibenförmigen Hornhauttransplantats übernehmen Mitarbeiter in der Hornhautbank.

Im Rahmen einer Organspende ist ein Koordinator in der Regel vor Ort präsent, um sich mit den Entnahmechirurgen und den Mitarbeitern der Deutschen Stiftung Organtransplantation abzustimmen. Die Spende von Organen geht immer vor.

Würdevolle Versorgung des Verstorbenen

Wichtig bei jeder Gewebespende ist die pietätvolle Wiederherstellung des Körpers. Die entnommenen Augen werden durch hochwertige Glasprothesem mit der Augenfarbe des Verstorbenen ersetzt, anschließend die Lider geschlossen. Die Angehörigen haben nach einer Spende immer die Möglichkeit, sich würdevoll zu verabschieden. Eine Aufbahrung und das Durchführen religiöser Rituale sind ohne Einschränkung möglich.

Transport in die Gewebebank

Unsere Mitarbeiter verpacken das gespendete Gewebe entsprechend den geltenden Standards. Sie veranlassen den umgehenden Transport in die Gewebebank.

Rückmeldung mit Dank an die Angehörigen des Spenders

Auf Wunsch informieren wir Sie und die Angehörigen über den Erfolg der Spende. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen dürfen wir keine persönlichen Daten von Spendern und Empfängern zusammenfügen.