DGFG koordiniert erste Augenhornhautspenden am HELIOS Hanseklinikum Stralsund

Die DGFG baut ihre Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern weiter aus. Jetzt hat sie in Stralsund gemeinsam mit dem HELIOS Hanseklinikum Stralsund zwei erste Augenhornhautspenden koordiniert. Die gespendeten Hornhäute werden in den nächsten Tagen transplantiert. Die Hornhauttransplantation ist manchmal die einzige Möglichkeit, das Augenlicht zu retten. Von der neuen Kooperation profitieren nicht nur Patienten in MV, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands. „Auch wenn wir seit Jahren alle Transplantationsprogramme in MV ausreichend mit Hornhäuten versorgen können, ist es wichtig, die Spendestrukturen weiter auszubauen und zu sichern“, sagt Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG. Umso mehr begrüße er es, mit dem HELIOS Hanseklinikum Stralsund einen engagierten und zuverlässigen Partner in der Region gefunden zu haben.

DGFG steht für Transparenz und Erfahrung

„Mit dieser Kooperation möchten wir uns für Patienten engagieren, die dringend auf ein Gewebetransplantat angewiesen sind“, sagt Robert Möller, Klinikgeschäftsführer des HELIOS Hanseklinikum Stralsund. „Es ist uns wichtig mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der für Transparenz und langjährige Erfahrung in diesem sensiblen Bereich der Medizin steht.“ Die DGFG wird von vier Universitätskliniken getragen und unterliegt damit der öffentlichen Kontrolle. Neben dem HELIOS Hanseklinikum Stralsund gibt es bereits seit über zehn Jahren eine Zusammenarbeit mit den HELIOS Kliniken Schwerin. Diese haben gemeinsam mit der DGFG eine gemeinnützige Gewebebank aufgebaut. Die Kornea- und Gewebebank Schwerin ist eine der größten und bedeutendsten Gewebebanken in Deutschland. Sie hat in den vergangenen Jahren über 3.500 Hornhäute an Patienten abgegeben. Gewebe werden im Gegensatz zu Organen nicht sofort transplantiert, sondern zuvor in einer Gewebebank aufbereitet, kontrolliert und bis zur Transplantation gelagert.

Die ersten beiden Spender am Hanseklinikum waren zwei Männer, einer über 80 Jahre alt. „Hornhautspenden sind auch bis ins hohe Alter möglich“, sagt Dr. Stephan Liebert, Oberarzt der Anästhesie und Transplantationsbeauftragter am Klinikum. „Wichtig ist, dass Menschen möglichst schon zu Lebzeiten eine Entscheidung für oder gegen eine Gewebespende treffen.“ Ist diese Entscheidung nicht bekannt, sprechen Mitarbeiter der DGFG mit den Angehörigen. Diese Aufgabe übernimmt Dr. Steffi Mahnhardt, Gewebespendekoordinatorin in der Region. „Ich informiere die Angehörigen sensibel über die Möglichkeit einer Gewebespende“, sagt die promovierte Biologin. Im Falle einer Einwilligung nimmt zusätzlich der ärztliche Regionalleiter Kontakt mit den Angehörigen auf, um über die Spende aufzuklären.

Hornhautspenden sind auch bei schweren Vorerkrankungen möglich

Über 150 Menschen bekamen im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern eine Augenhornhaut transplantiert. Deutschlandweit benötigen etwa 8.000 Menschen jedes Jahr eine Hornhauttransplantation. Hornhautverpflanzungen sind nur möglich, wenn Menschen nach ihrem Tod ihre Hornhaut spenden. Selbst Augenerkrankungen wie Grüner oder Grauer Star oder sogar Krebserkrankungen sind kein Ausschlussgrund für eine Hornhautspende. Neben Augenhornhäuten können Verstorbene auch Herzklappen, Blutgefäße und Knochen für andere Menschen spenden.

Gewebe dürfen nicht gehandelt werden

Das Gewebegesetz regelt seit 2007 alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der Gewebespende. Für alle Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Im Netzwerk der DGFG kooperieren zahlreiche Universitätskliniken, kommunale und konfessionelle Krankenhäuser, aber auch große Klinikverbünde. Sie alle unterstützen die Gewebespende durch die Meldung möglicher Gewebespender und nehmen so ihre gesellschaftliche Verantwortung für die Versorgung der betroffenen Patienten wahr. Die DGFG koordiniert einen Großteil der Gewebespende in MV und stellt die Versorgung mit Transplantaten im Nordosten mehr als sicher. Standorte der DGFG in Mecklenburg-Vorpommern befinden sich in Greifswald, Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.

Die DGFG ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland fördert. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen. Gesellschafter sind vier Universitäten – Anstalten des öffentlichen Rechts: das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover sowie die Universitätsmedizin Rostock. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Versorgungslage in Deutschland durch das Engagement aller Beteiligten deutlich verbessert.

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